Archiv für Februar 2010

Freiräume für Bewegung :: Düsseldorf

In der Rubrik *Blick über den Tellerrand // Teil II* folgt nach Wuppertal nun eine eilige EINLADUNG nach Ddorf ins ZAKK sowie eine Grussbotschaft aus Hamburg von Rocko Schamoni.

from Freiräume Für Bewegung

>>Freiräume für Bewegung – Kultur selbst organisieren, politische Mitsprache, eigene Orte der Selbstbestimmung. An die 100 Gruppen/Aktivisten, der Off-Kultur-Kunst Szene in Düsseldorf haben Freiräume für Bewegung ins Leben gerufen. Wir wollen die Beschneidung alternativer Kultur und selbstbestimmten Lebens in Düsseldorf stoppen, denn was in anderen Städten wie Hamburg, Berlin und Köln schon lange Thema ist, hat in Düsseldorf Einzug erhalten. Wir sehen uns als Teil einer bundesweiten Bewegung, die aktuell in mehreren deutschen Großstädten entsteht und ihr Recht auf Freiräume, Gestaltung und Mitbestimmung – kurz auf ihre Stadt – einfordert!< <

Nur noch wenige Tage bis sich viel bewegt!
Erzählt es weiter und kommt alle am Donnerstag ins Zakk!

Freiräume für Bewegung – 7te Treffen
25. Februar 2010 // 20:00 bis 22:00
Zakk // Studio // Fichtenstr. 40 // D-dorf
freiraum-bewegung.de

download manifest

Wuppertal wehrt sich

Essen hat die Verteilungskämpfe in der Kulturpolitik auf die Zeit nach dem Spektakel vertagt. Wuppertal liegt an der Wupper und gehört nicht zur Metropole Ruhr.2010. Hier soll demnächst soziale + kulturelle Infrastruktur eingespart werden. Diverse Schwimmbäder, Sozialeinrichtungen, Stadtteil- und Schulbibliotheken sowie das Schauspielhaus sind von der Schließung bedroht, statt dessen hält die Stadtspitze und die Mehrheit des Stadtrates am Döppersbergumbau fest. Geplant sind eine große Bürgerversammlung gegen die Sparpläne und eine Belagerung der nächsten Stadtratssitzung am 15.o3.2o1o // Rathaus Barmen

Die Wuppertaler Bühnen zitieren indes John Holloway: „Wir bitten niemandem um etwas, vielmehr erschaffen wir hier und jetzt unsere kreative Aufsässigkeit, indem wir so weit wie möglich die Momente und Räume ausweiten, in denen wir sagen: Nein, wir beugen uns nicht den Anforderungen des Kapitals, wir werden etwas anderes machen, wir werden die Selbsthilfe fördern, die Kooperation, die Erschaffung gegen das Kapital. Es ist nicht leicht, es ist nicht offensichtlich, aber dies ist die Richtung, in die wir uns bewegen müssen, die wir erkunden müssen. Mit Wut, aber mit einer Wut, die andere Perspektiven eröffnet, die andere Dinge erschafft, eine Wut der Würde. (aus dem Grußwort von John Holloway) mehr lesen

Auf diese Wut vieler WuppertalerInnen setzen wir. Selbstorganisierung und Selbstermächtigung sind auf lange Sicht die einzige Perspektive den Zumutungen zu entfliehen und was Neues aufzubauen! Übrigens nicht nur in Wuppertal, sondern weltweit organisieren und vernetzen sich soziale Bewegungen unter dem Motto „Recht auf Stadt“. Dieses Recht wird nicht erteilt, es gehört allen – unabhängig von sozialer oder nationaler Zugehörigkeit. Die Stadt gehört allen! Deshalb sollten auch alle die Möglichkeit haben, mitzubestimmen, wie Stadt gestaltet wird.

Aufruf der LAG Soziokultur NRW

Nach dem Hamburger Manifest — NOT IN OUR NAME: Marke Hamburg — kommt nun ein Aufschrei aus der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur NRW. Die Stossrichtung ist diesselbe, nur wird hier versucht die Stadtverwaltungen (OBs, Dezernent_innen etc.) mit einzubinden, als hätte der Lokal-Staat andere Interessen als der grosse Bruder. Die Gegenprobe abwartend, zitieren wir hier einen Auszug. Den ganzen Aufruf findet ihr hier: soziokultur-nrw.de
„Wir machen den Scheiß nicht mehr mit!“

[…] Städte und Metropolen konkurrieren heute darum, zum Ansiedlungsgebiet für Unternehmen – vor allem für die sogenannte „Kreative Klasse“ zu werden. Immer mehr geht es darum, ein bestimmtes Bild von Stadt in die Welt zu setzen: das Bild von der „pulsierenden Metropole“, die „ein anregendes Investitionsumfeld und beste Chancen für Menschen aller Couleur“ bietet. Teure stadteigene Marketing-Agenturen sollen dafür sorgen, dass dieses Bild als „Marke“ in die Medien eingespeist wird.

Stattdessen nehmen die Probleme in den Städten zu: zunehmende Arbeitslosigkeit und soziale Probleme, schlechte Bildungschancen, steigende Mieten und sinkende Einkommen, verrottete Strassen und abbruchreife Schulgebäude. Noch haben wir keine Zustände wie in den Banlieus von Paris. Aber wir sind auf dem besten Weg dahin. Sozialer Ausgleich, gerechte Verteilung, Chancengleichheit, Integration: dahin!
soziokultur-nrw.de

coming up: Euromayday 2010 Dortmund

wer // wie // was überflüssig ist und was wir brauchen, ist ebenfalls fester Bestandteil der Planung eines Euromayday im Ruhrpott am 1. Mai 2010 in Dortmund: bedingungsloses Grundeinkommen :: Land for Free :: oder doch um’s Ganze?

„Präkarisierung ist die Norm: Zeitarbeit, niedrige Löhne, Arbeitslosigkeit. Stacheldraht, Uniformen und Lager verteidigen die Festung Europa. Tausende von Frauen, Männern und Kindern werden ausgeschlossen und verfolgt. In den Strassen Polizei und Armeen, mit ihren Kameras und Hubschraubern. Kontrolle überall; Anti-Terrorgesetze legitimieren die Repression: oder sind terroristische Gesetze gemeint? Die Medien deckeln den Kessel, der jetzt überkocht. Gleichzeitig tun sie ihr Bestes, uns zu überzeugen, dass wir weiterkonsumieren. Die Schlange beisst sich in den Schwanz“ http://euromayday.org/

Während die Kampagne für „Land For Free“ noch auf eine Initialzündung und viele viele Unterstützergruppen wartet, scheint alles ganz schnell zu gehen zum 1. Mai in Dortmund 2010. Nach dem ersten Treffen am 19.01.2010 zum Euromayday Dortmund lässt sich sagen, 
dass der Termin mit < 25 leuten (organisationsgrad hoch) 
gut gemischt + besucht war und das alle wieder kommen wollen. Für das Gelingen des Euromaydays wurde die Notwendigkeit eines breiten Bündnisses hervorgehoben, das über die üblichen politischen Gruppen hinausgeht und auch KünstlerInnen, Theaterleute und DJs mit einbezieht. Unterschiedliche Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen können sich mit eigenen kreativen Ideen und Ausdrucksformen einbringen. Eine überregionale Mobilisierung soll den Euromayday groß werden lassen. Das nächste treffen findet wieder 19.oo // taranta babu // dortmund statt.

Dienstag, 16. Februar 2010 // 19.00 Uhr //
Taranta Babu // Humboldtstraße 44 // Dortmund
AG K2010
labournet