Nach der um sich greifenden Manifest-Hausse und erstem Aktivismus in Essen folgt hier nun just another manifest „Zeche Prellen – Recht auf Stadt“ (Inura Ruhr 2010) zur freien Aneignung, download und unterzeichnung (email to: ruhrpott (ät) riseup.net). Der Text hat den grandiosen Leerstand im Ruhrgebiet zum Ausgangspunkt, die Neunte Stadt (Davy et al. 2004) und urbane Experimente wie Land for Free (Sieverts et al. 2006) – und geht der Frage nach: „Was passiert, wenn nichts passiert“?

Selbst wenn der Kulturhauptstadthype polarisiert, kaschiert und selektiert, wollen „[wir] uns keinesfalls von der kreativen Aufbruchstimmung im Ruhrpott verabschieden, aber ‚verweigern uns dieser Logik‘ (Mustermensch Duisburg), der ‚Geschäftsidee‘ (AG Kritische Kulturhauptstadt), ‚haben es satt‘ (ZAKK Düsseldorf), ‚bewegen uns gegen das Totsparen‘ (Schauspielhaus Wuppertal) und ‚machen den Scheiss nicht mehr mit‘ (LAG Soziokultur NRW). Wir spielen nicht mehr mit in einem Spiel, nach dessen Spielregeln wir nicht spielen und auch nicht leben können“ (…).
„Wir, die Auszubildenden und Studierenden, Kunst- und Kulturschaffenden, Musiker/innen, Politaktivist/innen, kreativen Selbstausbeuter/innen, die Wohlstandskinder von gestern, prekären Überlebenskünstler/innen von heute und futuristische Avantgarde von morgen sind nicht nur Bestandteil der vielbeschworenen Kreativität, wir sind der Keim, der Motor, der Anfang von Bewegung in der Stadt! In einer Zeit, wo sich der Staat verselbständigt, entdemokratisiert und die Wohlfahrt erneut der Kirche überlässt, fordern wir unser Recht auf Mitbestimmung, unser Recht auf Stadt! Dieses Recht fordern wir nicht vom Staat, sondern von einer kritischen, demokratischen Öffentlichkeit“!
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