Archiv für November 2010

UZDO nimmt form + raum an

auf die schnelle kommt hier progress der bewegungen für ein UZ in Dortmund. mehr informationen und einen offenen brief (für offene türen) gibt es auf der website der uzdo initiative.

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Amsterdam räumt auf

Im Sinne der LAND FOR FREE :: LAND FOR WHAT problematik kommt hier ein schneller Blick über den deutschen Tellerrand: nach Amsterdam. In den Niederlanden war die Hausbesetzung 40 Jahre lang staatlich toleriert, institutionell reglementiert und das Leerstandsargument öffentlich platziert. Jeden Sonntag wurden bei Tageslicht und Öffentlichkeit (länger als 1 jahr) leerstehende Häuser wieder in Gebrauch genommen. Polizeiliche Räumungsrunden fanden 4mal im jahr statt und sorgten für keine ernsthaften Auseinandersetzungen, da schlichtweg neu besetzt wurde. Zivile kapitalistische Gesellschaft „at its best“ hätte man meinen können.

Ebenfalls 40 Jahre haben sich jedoch konservative Gegner/innen der Wohnraumselbsthilfe daran abgearbeitet, die Regelung zugunsten des Eigentumsrechts zu kippen. Seit dem 1. Oktober 2010 ist das neue Anti-Hausbesetzer-Gesetz nun in Kraft und sollte heute die erste Räumungsrunde stattfinden, wo erstmals wieder mit der Verteidigung des Wohnraums zu rechnen war. Der oberste Gerichtshof hat die Räumungsrunde auf Grundlage des niederländischen Grundgesetzes jedoch im Eilverfahren für unzulässig erklärt, da hier noch immer Bewohner/innenrechte geschützt werden und das Eigentum (noch!) keine Erwähnung als Grundrecht findet. Einen guten Überblick + gute Argumente gibt die Dokumentation der Demonstration des Kollektivs Schijnheilig von gestern mit ca. 700 Menschen auf der Strasse in Amsterdam (sowie das video oben). Die Sprache ist Englisch und wendet sich sowohl an die internationale squatter community, aber vor allem als klare Ansage gegen xenophobe, rassistische Äußerungen der Mitte/Rechtsparteien.
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gemeinheiten in dortmund

Am 5./ 6.11 findet im Rahmen des favoriten-festivals die Reihe GEMEINheiten: Dortmund in/formell mit Filmen, Performances und Diskussionen im Dietrich-Keuning Haus statt. Hier wird der Praxis der Sonderwirtschaftszone die Idee einer „Sonderwohlfahrtszone“ für die Nordstadt entgegengehalten und „Gemeinheiten“ zum Wohl der Kommune gefordert.

Auslaufendes Rot: Anti-Monument für die Rote Ruhr Armee

Weiteres Augenmerk liegt auf der revolutionären Roten Ruhr Armee von 1920, der größte Aufstand in der deutschen Geschichte seit dem Bauernkrieg. Seine Niederschlagung ebnete u.a. den Weg für den deutschen Faschismus. Fast unsichtbar ist die Erinnerung an die Opfer. Die heroischen Taten der radikalen Arbeiter/innen bleiben im öffentlichen Raum unrepräsentiert. Daran hat auch die Kulturhauptstadt RUHR.2010 nichts geändert. Und deshalb hat sich Christoph Schäfer – Autor von Die Stadt ist unsere Fabrik – des Themas angenommen und mit den Mitteln des Stadtmarketings öffentlichkeitswirksam künstlerisch quergeschossen.