Archiv für März 2011

dokumentation: wem gehört die stadt

Mit dem „Wem gehört die Stadt“ Kongress in Düsseldorf ist ein nächster Schritt zur Verankerung des Recht auf Stadt in NRW gemacht und sind nun Teile der Dokumentation online. Nach vielen Diskussionen resümiert Andrej Holm, das Recht auf Stadt braucht vor allem Bewegung: „So wichtig es sein mag, wohnungspolitische Forderungen zu formulieren und Vorschläge für sinnvolle und auch praktikable Instrumente einer anderen Stadtpolitik zu erarbeiten – ohne Bewegungsdynamik wird sich davon nur wenig durchsetzen lassen. Das Recht auf die Stadt sollte daher weniger als Forderung sondern verstärkt auch als Bewegungsansatz diskutiert werden“.

Es war eine gute Auftaktveranstaltung für das Jahr 2011, die anlässlich des ersten Jahrestages der AZ Köln Besetzung 14-17 April in Köln weitergedacht/ -macht wird und am 5-7 Juni in Hamburg in einen inter-/nationalen Recht auf Stadt Kongress mündet.

Düsseldorf: i furiosi im Interview II

Hier kommt der zweite Teil des interviews mit i furiosi über die stadtpolitische Grosswetterlage in Düsseldorf, die Welle und den Eimer. Zum Auftakt des Kongresses Wem gehört die Stadt am 18.03 // 21.oo im ZAKK ist u.a. Christoph Schäfer aus Hamburg zu Gast. Er illustriert + präsentiert: Die Stadt ist unsere Fabrik.


die stadt ist unsere fabrik

land for what: Jetzt habt ihr ja schon ein paar Instrumente angesprochen: Milieuschutz, Belegungsrecht kaufen, Mietobergrenzen. Was haltet ihr von solchen Instrumenten? Sind die Teil eurer Forderungen?

Ani: Ich glaube, da können wir jetzt nicht für das ganze Freiraum-Bündnis sprechen. Klar, im Freiraum-Bündnis ist das natürlich sehr multivalent. Für uns und ich denke auch für Recht auf Stadt Düsseldorf können wir sagen, dass es natürlich schon darum geht, eine Utopie zu entwickeln und es nicht ausreichend ist, sich quasi reformistische Ansätze auszudenken. Was es gibt, sind so soziale Sachen, wie Sozialtarif oder Nulltarif, was jetzt in Düsseldorf stattfindet.

Anita: Ich glaube, man muss das in der Verbindung sehen. Ich glaube schon, dass wir uns unter Forderungen stellen können wie so einen Mietspiegel, wo man sagt 4 € pro Quadratmeter ist gerade ertragbar…

Ani:… naja, 3,-.

Anita: Ich finde es okay, so eine Forderung aufzustellen und das kann auch Teil meiner Politik sein, wenn ich damit aufzeige, in dem Rahmen der Gesellschaft, in der wir gerade leben, ist es total richtig, das zu fordern, aber da müssen wir nicht stehen bleiben. Und es gibt eine andere Stadtentwicklung, eine alternative Stadtpolitik oder generell ein alternatives Leben in der Stadt, was wir anstreben und uns wünschen und wir bleiben halt nicht stehen bei so reformistischen Forderungen.

Thorsten: Die Frage ist ja auch immer, was man damit noch aussagt. Also, bei diesen ganzen Privatisierungsstopp – Sachen schwingt ja auch immer mit: es wird jetzt privatisiert, was eigentlich in gesellschaftlicher Hand vorher war. Das ist eigentlich genau die falsche Richtung. Normalerweise muss man darüber nachdenken, dass möglichst viel in der Hand der Gesellschaft ist und auch von der Gesellschaft kontrolliert wird und eben nicht dem Markt überlassen wird. (mehr…)

Ddorf: recht auf stadt im interview teil I

Anläßlich anhaltender städtischer Bewegungen in Düsseldorf und des bevorstehenden Wem gehört die Stadt Kongresses (18-20 März 2011), kommt hier Teil I eines Interviews mit Aktivist/innen, die das Thema Recht auf Stadt für Düsseldorf in Stellung bringen.

land for free :: land for what: könnt ihr euch selbst kurz vorstellen?
Anita: Unsere Gruppe heißt I furiosi. Wir sind organisiert im Antifa KOK Düsseldorf und wir haben uns vor ungefähr anderthalb Jahren überlegt, dass wir das Recht auf Stadt, Gentrifizierung & Co, als Gruppenthema nehmen möchten und dazu arbeiten wollen.


freiräume für bewegung // ddorf

land for what: Kannst du das genauer sagen? Wann ging das los?
Ani: Die Pressekonferenz war noch im Dezember 2009. Die Auftaktkundgebung im Februar 2010 war die erste große Aktion. Das war eine Bemalung von einer Unterführung, wo wir versucht haben mit einer ersten großen Aktion erst einmal Öffentlichkeit zu bekommen und wo wir versucht haben, quasi etwas Illegales zu machen und das trotzdem so zu verkaufen, dass es für niemanden ein Problem ist, weil es irgendwie alle angeht und alle damit einverstanden sind, dass diese Unterführung auch wirklich gestaltet werden soll.

Thorsten: Ja, das lag an dem Konflikt, dass diese Unterführungen, also das ist eine Bahnunterführung und die Stadt hat immer gesagt, da das eine Bahnunterführung ist, ist die Deutsche Bahn AG dafür zuständig und die Bahn hat immer gesagt “nee nee, das ist ja unter den Gleisen, dafür ist die Stadt Düsseldorf verantwortlich”. Das war dann ganz gut dieses Recht auf Stadt – Ding anzusprechen, dass wir sagen konnten: uns ist egal, ob das jetzt die Deutsche Bahn ist oder die Stadt Düsseldorf, sondern das ist unsere Stadt und wir gestalten die jetzt einfach selbst.
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