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creative capitalist city

*Creativity and the Capitalist City* goes Germany. Nach der Vor-Premiere auf dem Recht auf Stadt Kongress in Hamburg im Juni, hatte der Film inzwischen Premiere in Amsterdam (OT 301) im Juli und kommt er jetzt wieder nach Hamburg und Bremen: 06.09 @ centro sociale (free screening) & 07.09 discussion @ checkdisout // kunstverein & sportamt bremen

Creativity and the Capitalist City :: TRAILER :: Amsterdam 2011 :: www.creativecapitalistcity.org from creativecapitalistcity on Vimeo.

>>Dieser Film ist mehr als ein Dokumentarfilm über Amsterdam. Er beschreibt das dominante Stadtentwicklungsmantra dieser Zeit. Der Hype um die kreative Stadt ist bereits zehn Jahre alt, er ist global gültig und kurz vor seinem Höhepunkt. Seit Richard Florida’s einflußreichem Buch „The Rise of the Creative Class“ (2002) ist Kreativität das Zauberwort in der kapitalistischen Stadterneuerung: Der neue amerikanische Traum.

Was ist so neu an diesem Traum? Was passiert, wenn der Hype vorbei ist? Wohnen als Job oder Recht auf Stadt?< <

bei interesse an screenings siehe:
http://www.creativecapitalistcity.org/

alerta dortmund: 2/3 september

Es ist fast September und Dortmund wappnet sich für den „Nationalen Antikriegstag“. Neben dem Trauermarsch um die Bombardierung Dresdens im Februar steht der 1. September in Dortmund ebenso für Geschichtsrevisionismus und das verdrehte Weltbild deutscher Neonazis. Der Gedenktag am 1. September erinnert eigentlich an den Überfall Deutschlands auf Polen 1939. Nun sollen tausend Nazis unter dem Motto „Nie wieder Krieg, nach unserem Sieg“ am 3. September 2011 aufmarschieren. Dagegen rufen zahlreiche bürgerliche und antifaschistische Gruppen zu Gegendemonstrationen auf. Das Alerta Bündnis schreibt hierzu:

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„In sieben Jahren hat sich der Großaufmarsch zum Antikriegstag unter Federführung der Dortmunder „Autonomen Nationalist_innen” zu einem wichtigen Tag im Kalender der aktionsorientierten extremen Rechten entwickelt. Während zum ersten Aufmarsch 2005 circa 200 Neonazis erschienen, wuchs die Zahl bis zum Jahr 2008 auf 1.100 an. Diese „Erfolgsgeschichte” erfuhr in den letzten Jahren einen empfindlichen Einschnitt: 2009 und 2010 wurde der Mythos des „Nationalen Antikriegstags”, den die Dortmunder Neonazis in jahrelanger europaweiter Mobilisierungsarbeit versucht hatten aufzubauen, dadurch demontiert, dass die Dortmunder Polizei die geplanten Aufmärsche kurzfristig zu stationären Kundgebungen umwandelte. Der Event-Charakter des Aufmarsches erlitt dadurch schweren Schaden. Fakt ist: Großaufmärsche gestalten sich für die Neonazis immer schwieriger, auch wenn das in Dortmund bislang weniger an Antifaschist_innen als an dem restriktiven Vorgehen der Polizei liegt“

Gegen Neonazis, Geschichtsrevisionismus und deutsche Zustände!
Naziaufmarsch am 03.09. sabotieren, blockieren, verhindern!

mehr lesen: http://alerta.noblogs.org/

reclaim düsseldorf: 20.08 tanzdemo

="" sommerpause und -löcher hin oder her, vielerorts ging/ geht es weiter mit programm. und das ist gut so. Am Samstag, den 13.08 fand der erste Slutwalk mit 3000 teilnehmer/innen bundesweit und 300 menschen in dortmund statt. Die Redebeiträge richteten sich gegen Sexismus in der Werbung und betonte ein/e vertreter/in des macker massakers wie wichtig es ist, dass sich auch männlich sozialisierte Personen antisexistisch engagieren.

Nächstes wochenende, am 20.08 ruft das freiräume für bewegung bündnis in düsseldorf zu einer tanzdemo auf: „Hauen wir den Akteuren und Profiteuren der neoliberalen Stadtentwicklung den Bass um die Ohren – auf das ihr Tinitus sie daran erinnert: Es ist unsere Stadt“!

mehr infos gibt’s auf: rechtaufstadt.org

krisenbewältigung im sommerloch

Für alle die, die sich für die Ursachen der Finanz- und Griechenlandkrise interessieren – Verkauft doch Eure Inseln, Ihr Pleitegriechen – und die Tatsache, dass die globalen Finanzmärkte jetzt auf den Staatsbankrott Italiens, Spaniens, Portugals spekulieren, kommt hier eine großartige Zusammenfassung (engl.) des marxistischen Stadtgeographen David Harvey, der das Krisenmanagement des Kapitalismus sehr schön illustriert. Ideal auch für Einsteiger/innen. Kompakter geht es nicht!

von wegen Krise = Marktversagen… Das ist es, was der Markt macht! Die Entscheidung, daran etwas zu verändern, ist eine politische.

not in our name

Hier kommt mal wieder was frisches, erquickendes und hochgradig reflektiertes zum Thema *recht auf stadt* aus hamburg. Am 21. Juli knallten Politik, Kunst und Kultur erneut aufeinander und wurde die affirmative Beschäftigungstherapie in (linken) Szenekreisen im Bereich der Kultur- und Stadtpolitik diskutiert. In der Ankündigung hiess es: „1,5 Jahre nach der Veröffentlichung des Textes »NOT IN OUR NAME, MARKE HAMBURG«, über 5.500 Personen, die diesen unterzeichnet haben, lokalmediale Omnipräsenz, ungeteilte Anerkennung und Umarmung durch Freund und Feind, fanden wir, dass die Zeit für eine Zwischenbilanz gekommen ist“.

Die Untüchtigen – Diskussion – Not In Our Name Marke Hamburg by Die Untüchtigen

Das Ergebnis ist ein grandioser Rundumschlag, der den Stand der Dinge des Diskurses als Audiomitschnitt dokumentiert. Um die richtige Theorie und falsche Praxis streiten mit dem Publikum u.a.: Christoph Twickel (NION), Kerstin Stakemeier (jungle world), H.C.Dany (Kunstkritiker), Hannah Kowalski (Gängeviertel).

Recht auf Stadt :: Der Kongress :: Hamburg

="" „Städte sind verdichtete Unterschiedlichkeiten. Klingt banal, stellt aber einen erheblichen Bruch mit politischen Vorstellungen dar, die auf Homogenität, fixierte Identitäten, saubere Abgrenzung oder die Einheitspartei setzen … Die Forderung nach einem Recht auf Stadt bedeutet demgegenüber: das Recht auf Differenz, auf Abweichung von Verhaltens- oder Gender-Normen, das Recht auf freie Migration. Doch wie könnte eine emanzipatorische Praxis aussehen, die diese Unterschiedlichkeiten anerkennt, die verdrängte Stimmen hörbar macht – statt sie zu nivellieren?“ So geht ein Auszug aus dem call for Hamburg im Juni 2-5: RECHT AUF STADT – DER KONGRESS. Die Autor/innen haben einmal mehr die Manifest Tonlage angeschlagen, um die Bewegungen der Aneignung des Produktionsorts Stadt zu verstetigen, in Hamburg und überall.

„Uns interessieren Praktiken, Tools, Tricks, Räume kollektiver Selbstorganisation, die über die standardisierten Formen des „Plenums“ oder der „Demonstration“ hinaus gehen. Wie lasst ihr unterschiedliche Sprachen und Formen des Wissens sich „gegenseitig schlauer machen“?“

euromayday ruhr :: dortmund 2011

="" Länger schon wird der euromayday ruhr 2011 in dortmund vorbereitet und seit kurzem ist auch die website online. Der aufruf liest sich zwar als formale Pflichtübung, aber wen man am ersten Mai mobilisieren muss, unter Menschen, auf die Strasse oder Stadtpark zu gehen, der/ dem ist eh nicht mehr zu helfen. Im Aufruf heisst es : „Her mit dem schönen Leben … Wir wollen kein Klagelied singen, sondern Vorschläge zu einem anderen Gebrauch des Lebens machen. Darum bringt eure Ideen und Forderungen mit…! …Wir wollen auch zu aktuellen Konflikten in der Stadt Dortmund Stellung nehmen. Zu fehlenden Freiräumen, zu Vertreibungen, zur Verwandlung der Stadt in ein Unternehmen und zu Nazis“. Wer den euromayday ruhr 2011 unterstützen will, schreibt an: euromayday [ät] riseup.net

http://euromayday.noblogs.org/

dokumentation: wem gehört die stadt

Mit dem „Wem gehört die Stadt“ Kongress in Düsseldorf ist ein nächster Schritt zur Verankerung des Recht auf Stadt in NRW gemacht und sind nun Teile der Dokumentation online. Nach vielen Diskussionen resümiert Andrej Holm, das Recht auf Stadt braucht vor allem Bewegung: „So wichtig es sein mag, wohnungspolitische Forderungen zu formulieren und Vorschläge für sinnvolle und auch praktikable Instrumente einer anderen Stadtpolitik zu erarbeiten – ohne Bewegungsdynamik wird sich davon nur wenig durchsetzen lassen. Das Recht auf die Stadt sollte daher weniger als Forderung sondern verstärkt auch als Bewegungsansatz diskutiert werden“.

Es war eine gute Auftaktveranstaltung für das Jahr 2011, die anlässlich des ersten Jahrestages der AZ Köln Besetzung 14-17 April in Köln weitergedacht/ -macht wird und am 5-7 Juni in Hamburg in einen inter-/nationalen Recht auf Stadt Kongress mündet.

Düsseldorf: i furiosi im Interview II

Hier kommt der zweite Teil des interviews mit i furiosi über die stadtpolitische Grosswetterlage in Düsseldorf, die Welle und den Eimer. Zum Auftakt des Kongresses Wem gehört die Stadt am 18.03 // 21.oo im ZAKK ist u.a. Christoph Schäfer aus Hamburg zu Gast. Er illustriert + präsentiert: Die Stadt ist unsere Fabrik.


die stadt ist unsere fabrik

land for what: Jetzt habt ihr ja schon ein paar Instrumente angesprochen: Milieuschutz, Belegungsrecht kaufen, Mietobergrenzen. Was haltet ihr von solchen Instrumenten? Sind die Teil eurer Forderungen?

Ani: Ich glaube, da können wir jetzt nicht für das ganze Freiraum-Bündnis sprechen. Klar, im Freiraum-Bündnis ist das natürlich sehr multivalent. Für uns und ich denke auch für Recht auf Stadt Düsseldorf können wir sagen, dass es natürlich schon darum geht, eine Utopie zu entwickeln und es nicht ausreichend ist, sich quasi reformistische Ansätze auszudenken. Was es gibt, sind so soziale Sachen, wie Sozialtarif oder Nulltarif, was jetzt in Düsseldorf stattfindet.

Anita: Ich glaube, man muss das in der Verbindung sehen. Ich glaube schon, dass wir uns unter Forderungen stellen können wie so einen Mietspiegel, wo man sagt 4 € pro Quadratmeter ist gerade ertragbar…

Ani:… naja, 3,-.

Anita: Ich finde es okay, so eine Forderung aufzustellen und das kann auch Teil meiner Politik sein, wenn ich damit aufzeige, in dem Rahmen der Gesellschaft, in der wir gerade leben, ist es total richtig, das zu fordern, aber da müssen wir nicht stehen bleiben. Und es gibt eine andere Stadtentwicklung, eine alternative Stadtpolitik oder generell ein alternatives Leben in der Stadt, was wir anstreben und uns wünschen und wir bleiben halt nicht stehen bei so reformistischen Forderungen.

Thorsten: Die Frage ist ja auch immer, was man damit noch aussagt. Also, bei diesen ganzen Privatisierungsstopp – Sachen schwingt ja auch immer mit: es wird jetzt privatisiert, was eigentlich in gesellschaftlicher Hand vorher war. Das ist eigentlich genau die falsche Richtung. Normalerweise muss man darüber nachdenken, dass möglichst viel in der Hand der Gesellschaft ist und auch von der Gesellschaft kontrolliert wird und eben nicht dem Markt überlassen wird. (mehr…)

Ddorf: recht auf stadt im interview teil I

Anläßlich anhaltender städtischer Bewegungen in Düsseldorf und des bevorstehenden Wem gehört die Stadt Kongresses (18-20 März 2011), kommt hier Teil I eines Interviews mit Aktivist/innen, die das Thema Recht auf Stadt für Düsseldorf in Stellung bringen.

land for free :: land for what: könnt ihr euch selbst kurz vorstellen?
Anita: Unsere Gruppe heißt I furiosi. Wir sind organisiert im Antifa KOK Düsseldorf und wir haben uns vor ungefähr anderthalb Jahren überlegt, dass wir das Recht auf Stadt, Gentrifizierung & Co, als Gruppenthema nehmen möchten und dazu arbeiten wollen.


freiräume für bewegung // ddorf

land for what: Kannst du das genauer sagen? Wann ging das los?
Ani: Die Pressekonferenz war noch im Dezember 2009. Die Auftaktkundgebung im Februar 2010 war die erste große Aktion. Das war eine Bemalung von einer Unterführung, wo wir versucht haben mit einer ersten großen Aktion erst einmal Öffentlichkeit zu bekommen und wo wir versucht haben, quasi etwas Illegales zu machen und das trotzdem so zu verkaufen, dass es für niemanden ein Problem ist, weil es irgendwie alle angeht und alle damit einverstanden sind, dass diese Unterführung auch wirklich gestaltet werden soll.

Thorsten: Ja, das lag an dem Konflikt, dass diese Unterführungen, also das ist eine Bahnunterführung und die Stadt hat immer gesagt, da das eine Bahnunterführung ist, ist die Deutsche Bahn AG dafür zuständig und die Bahn hat immer gesagt “nee nee, das ist ja unter den Gleisen, dafür ist die Stadt Düsseldorf verantwortlich”. Das war dann ganz gut dieses Recht auf Stadt – Ding anzusprechen, dass wir sagen konnten: uns ist egal, ob das jetzt die Deutsche Bahn ist oder die Stadt Düsseldorf, sondern das ist unsere Stadt und wir gestalten die jetzt einfach selbst.
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